«HABEN SIE SCHON GEGESSEN?»

Ein fragendes «Wie geht‘s?» mag noch so freundlich klingen, verglichen mit einem «Haben Sie schon gegessen?» verflüchtigt sich jener Worte Glanz in einem Dunkel von Beliebigkeit. Zu Recht wird jetzt gefragt, was hat das eine mit dem anderen zu tun? Viel, denn beide Fragen zielen gleichermassen auf das Wohlbefinden ab.

Die eine unverblümt deutsch, die andere blumig oder besser: kulinarisch chinesisch. Auf der ganzen Welt sollen sich nur noch die Nepalesen und die Koreaner so «essenmässig» begrüssen.

Essen und Trinken, Schreiben und Sprechen, Schauen und Hören, Riechen und Schmecken formen eine elementare Einheit, die in Bildern lebt wie:

Der Frühlingswind ist gleich Wein, der Sommerwind gleich Tee, der Herbstwind gleich Rauch, der Winterwind gleich Ingwer.